DIE ROLLE DES SMARTPHONES IM MOBILE COMMERCE

Der Umgang mit dem Begriff Mobile Commerce erinnert uns in seiner Unschärfe an Multichannel, Crosschannel oder Omnichannel. Warum? Alle vier Begriffe repräsentieren neue und mit großen Erwartungen verbundene Themen. Alle vier werden im alltäglichen Sprachgebrauch unscharf verwendet und oft verstehen sogar direkte Gesprächspartner unter dem selben Begriff Unterschiedliches. Das geht nicht nur Otto-Normalverbraucher so, sonder auch Experten.

Wir haben das letztlich auf dem „Mobile Gipfel“ in Berlin erlebt. Es gab verschiedene Referenten, die unter Mobile Commerce Shopping-Angebote verstanden, die mit Smartphones aufgerufen werden. Andere verstanden diesen Begriff schon umfänglicher und integrierten in ihre Überlegungen auch für Smartphones optimierte Informationsangebote, die letztlich zu Umsatz führen, nicht aber zwangsläufig über den selben Kanal. Für eine Dritte Fraktion zählte der Zugang über Tablets auch zu Mobile Commerce hinzu. Interessant waren die anschliessenden Fragen zur Einordnung der genannten Zahlen, in denen oft zunächst gefragt wurde, ob der jeweilige Referent nun Tablets hinzuzählt oder nicht.

Eine kurze (nicht repräsentative) Recherche ergibt, dass Mobile Commerce oft als ein Unterthema von Mobile Business gesehen wird. Tablets werden zunehmend in den Begriff integriert.

“Für den Mobile Commerce gibt es in der Literatur noch kein einheitliches Begriffsgerüst, so dass auf diese Definition analog zum Electronic-Commerce häufig auch der Begriff Mobile-Business Anwendung findet und Mobile Commerce nur im engeren Sinne, also für Warenverkehr, gebraucht wird”. (aus: Wikipedia)

“Mobile Commerce: Elektronisch gestützte Abwicklung von Geschäftstransaktionen auf Basis der Nutzung mobiler, mit dem Internet verbundener Endgeräte” (aus: Gabler)

Wir sind der Ansicht, dass sich beim Mobile Commerce kanalspezifische Hauptnutzungs-Szenarien festigen werden. Hier sehen wir Smartphones vor allem als Zugangsgeräte zur Informationssuche. Käufe werden wir in größerem Umfange bei sehr standardisierten Produkten sehen (evtl. Bücher o.ä.).

Das sieht man sehr schön in der Studie von Google: The new Multiscreen World.

38% der täglichen Media-Interaktionen geschehen mittels des Smartphones, und das Smartphone ist der meistgenutzte Startpunkt für Online-Aktivitäten.

Der Mobile-Shop im Smartphone wird also in Zukunft wahrscheinlich vorwiegend die Aufgabe der Informationsbereitstellung übernehmen.

Unsere Schlussfolgerungen:
– Hieraus ergeben sich Aufgaben für einen gezielten Einsatz der Werbebudgets zur Unterstützung dieser Aufgabe
– Die Bereitstellung aussagekräftiger Produktinformationen aus geeigneten Systemen (PIM, PDM, MAM, etc.) wird in Zukunft ein wesentlicher Teil des Mobile Commerce sein.